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Von Engeln begleitet - Kartenset mit Buch

Kartenset mit Buch
Droemer Knaur
ISBN 3-426-66585-9
Preis: € 26,90

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Von Engeln begleitet

Kartenset mit Buch

Aus dem Buch:

Vorwort oder Die Geburt der Engelkarten

Schon vor vielen Jahren haben der Verlag und ich gemeinsam überlegt, ob wir meinem Buch Wie Engel uns lieben ein Engelkartenset beifügen sollten. Gelegentlich wurde ich auch von meinen Lesern und Leserinnen darauf angesprochen, und doch fühlte ich weder in meinen Gebeten noch in mir selbst eine Notwendigkeit, den bereits existierenden und wunderschönen Sets noch ein Kartendeck von mir hinzuzufügen.

Bis vor ein paar Monaten.

Ich erhielt erneut eine Anregung dazu, und bevor ich mich entschied, spürte ich dem in meinem Abendgebet nach. Zu meinem allergrößten Erstaunen – ich hätte wetten können, dass es anders käme – wuchs in mir ein großes Gefühl der Wärme und Weite, eine besondere Art der Aufregung entstand (die bei mir immer bei »Jas« kommt), und mir tat sich vor meinem inneren Auge ein »Monopoly-Spiel« auf. Der Fokus legte sich auf die Ereignis- und die Gemeinschaftskarten in der Mitte des Spiels. Mir war irgendwie sofort klar, dass mir damit nicht gesagt wurde, ich solle ein »Engel-Monopoly-Spiel« entwickeln, sondern dass es etwas mit den Karten zu tun hat, die man zu unterschiedlichen Anlässen zieht.

Nach längerem Nachdenken und Meditieren entwickelte sich die Idee der verschiedenen Karten für die verschiedenen Bereiche in unserem Leben. Eben die Gebete, die auch Meditationen mit einschließen, Übungen und Lösungswege.  

Eine Weile beschäftigte mich die Frage der Anrede in den Karten und im Buch. Ich channele nicht (ich gehe also nicht in Trance, um Informationen aus dem Ungesehenen weiterzugeben), sondern ich bete. Außerdem kann ich Gott von den Engeln nicht trennen. 

Für mich sind Engel die Boten Gottes und auch unsere Vorbilder. Das heißt, dass ich die Engel nicht mit Gott gleichsetze, obwohl wir alle eins sind. Wenn Gott der Pilot ist, dann sind die Engel die Flugbegleiter, und ich bin der Passagier. Wir fliegen gemeinsam. Was soll also auf den Gebetskarten stehen: »Lieber Gott« oder besser »Liebe Engel«? Sind diejenigen, die sich mit »Gott« noch gar nicht anfreunden können oder schmerzhafte Erfahrungen mit einem Gottesbild gemacht haben, nicht abgeschreckt, wenn da plötzlich auch »Gott« auftaucht? Oder, ganz anders: Wieso heißt das Buch Von Engeln begleitet, und da steht dann dauernd etwas vom »lieben Gott« …?
Natürlich trifft man irgendwann einmal eine Entscheidung, wie man solch ein Buch schreibt, weil Sie sonst nichts in Händen halten würden - von der überstrapazierten Geduld des Verlags einmal ganz zu schweigen. Und ich treffe solche Entscheidungen, wie ich sie immer treffe: Ich bete und hoffe auf eine Antwort.

Manchmal kommt keine. Unsere Engel warten häufig, bis wir unsere eigenen Gedankengänge darüber abgeschlossen haben. Sie unterstützen uns ja bei unseren Lernaufgaben, und da hilft vorsagen nicht. Ich muss natürlich auch erst selbst meine Hausaufgaben gemacht haben. Das heißt, ich muss darüber nachdenken und Zeit damit verbringen. Mich tiefer in mich hineinbemühen. Das machte ich natürlich, und nach einer Weile wollte ich mich mit den Engeln darüber austauschen. Ich wusste nicht, »ob es denn schon so weit ist« und ich meine Hausaufgaben laut der Einschätzung der Engel bereits gemacht hatte.

Ich möchte Sie gern an einem dieser Dialoge mit den Engeln teilhaben lassen, damit Sie sich vielleicht vorstellen können, wie solch ein Gespräch ablaufen kann. Ein Austausch mit den Engeln ist nicht kompliziert. Sie können nichts falsch machen. Es gibt keine genauen Regeln. Die Engel »lesen« dabei die Tiefe unserer Gefühle. Aber auch hier müssen Sie sich nicht zu sehr anstrengen. Lassen Sie sich in Ihr Herz sinken und erlauben Sie sich, die Sehnsucht nach den Engeln in sich wachsen zu lassen. Freuen Sie sich auf das Ergebnis! Das reicht vollkommen.

Als ich gebetet hatte und meine Fragen stellte, schrieb ich alles genau so mit, wie ich es erlebte. Natürlich stellt meine Art des Gesprächs nicht den Anspruch, die einzige Gesprächsmöglichkeit zu sein. Meine Freundin Sheila Kenny zum Beispiel spricht mit den Engeln immer unter der Dusche. Ich höre da gar nichts. Vielleicht habe ich zu viel Seife in den Ohren.

Meine Gespräche laufen in der Regel so ab, dass ich die Augen schließe und mir die Zeit und die Stille nehme. Und das tat ich auch in diesem Fall.

Ich schließe die Augen (Gott sei Dank kann ich blind schreiben), nehme ein paar tiefe Atemzüge und spreche ein Gebet. Dabei erinnere ich mich an die Dankbarkeit, die ich für Gott und die Engel empfinde, fühle die Demut darüber und warte eine Weile, bis ich in diesem Gefühl tief eingesunken bin. Dabei habe ich immer das Gefühl, als gehe mir das Herz auf: Es wird weiter als mein Oberkörper, und die Herzgegend wird auch sehr viel wärmer. Automatisch lächle ich dabei.

Dann stelle ich in Gedanken meine Frage: »Wie soll ich die Anrede auf den Karten schreiben?«

Manchmal höre ich lange nichts, doch dieses Mal geht es ganz schnell – ich höre Kichern und Lachen wie von einem ganzen Kirchenchor, sehr warm und doch leise: »Weißt du nicht, dass wir aus dem Gefühl hinter den Worten sehr viel mehr lesen als durch das Wort allein?«

Ja, natürlich! Wie konnte ich das nur vergessen! Doch hilft das meinen Lesern weiter? Ein Buch besteht nun mal aus vielen geschriebenen Wörtern.

Ich warte und hoffe auf mehr.

Ich warte …

Ich warte immer noch.

Es dauert eine Weile, bis ich wieder »drin« bin. Deshalb stelle ich mir wieder die Demut und Dankbarkeit vor, ich fühle sie, und dann warte ich ab.

»Schreib ›Lieber Engel‹ oder ›Lieber Gott‹, wie immer du es fühlst. Was immer natürlich in deine Gedanken kommt. Und wenn du das Buch und die Karten dann am Ende noch einmal durcharbeitest, dann wirst du schon wissen, ob etwas zu ändern ist.«

Solche Antworten gefallen mir gar nicht … Ich mag immer gleich alles erledigt haben. Ich mag »Jas« und »Neins«, aber keine »Später«. Aber das wissen die Engel natürlich auch. Schließlich soll ich wie immer auch bei diesem Buch selbst einiges lernen.

»Was mache ich mit den Ausführungen zu den jeweiligen Karten im Buch? Wie soll ich dort schreiben? Ich bin ja schließlich kein Engel.«

»Deine Leser und Leserinnen wissen sehr wohl, dass du dich um Klarheit und Selbsterkenntnis bemühst. Und sie schätzen deine Offenheit. Natürlich bestehst du aus Lebenserfahrung, und auch diese Lebenserfahrung möchtest du weitervermitteln. Häufig sind ja deine Erkenntnisse angeregt worden durch ein Gebet mit uns, nicht wahr?«

Ich nicke.

»Außerdem war es dir immer schon wichtig, dass deine Leser dir eben ›nicht folgen‹, sondern ihr eigenes Verhältnis zu der ungesehenen Welt aufbauen. Und deshalb hast du auch Leser, die das sehr wohl einzuschätzen wissen. Mach dir also nicht zu viele Sorgen.«

Meine Augen werden feucht. Und so seltsam es vielleicht klingen mag, wenn ich es hier schreibe, aber ich fühle mich von der himmlischen Welt verstanden.

»Es ist gut«, höre ich noch.

»Schreib! … Und dräng dich nicht.«

Dann wieder das Lachen.

Ich öffne wieder die Augen und bedanke mich für die Liebe, Großzügigkeit und Leichtigkeit meiner Engel.

Also, hier ist mein Versprechen an Sie: Ich schreibe so gut und so klar, wie ich kann. Ich wünsche mir von Herzen, nichts Falsches über die Engel zu schreiben. Ich bat sie, mir zu helfen, so wahrhaftig wie möglich ihre Essenz und ihre Weisheit weiterzugeben. Darum bitte ich meinen Vater, meinen Gott. Amen.

Sabrina Fox
Frankfurt am Main,
im Oktober 2005

Wie helfen Engel?

Wäre es nicht wunderbar, wenn jedes Gebet sofort beantwortet würde? Wenn unsere Engel fleißig an der Erfüllung unserer Wünsche arbeiteten, während wir uns in freudiger Erwartung zurücklehnen könnten? Wir müssten nur lernen, wie man »richtig« betet, »richtig« meditiert, und wie bei einem perfekten Kochrezept würden wir immer genau wissen, wie das Endergebnis aussieht. Es gäbe keine Überraschungen und natürlich auch keine Enttäuschungen. Vielleicht suchen wir deshalb unbewusst nach Engeln und ihrer Führung, weil wir dadurch nie wieder Probleme haben wollen? Und vielleicht wünschen Sie sich ja, dass diese Karten endlich das »Rezept« für ein problemloses Leben liefern, obschon Sie natürlich selbst sehr wohl wissen, dass es so etwas nicht gibt.

Leider.

Und doch … ist es wirklich so erstrebenswert, ganz problemlos zu leben?

»Ja!«, werden Sie vielleicht rufen. »Natürlich! Haben Sie eine Ahnung, mit welchen Problemen ich mich dauernd herumschlage? Mir reicht es jetzt! Ich habe das Gefühl, ich komme keinen Schritt weiter, und ich habe keine Lust mehr, solch ein Leben zu führen.«

Dann lassen Sie uns einfach mal zwei vergleichbare Szenarien durchspielen.

Erstes Szenario: Unsere Engel führen uns. Das Einzige, was wir also irgendwie lernen müssten, sei, »richtig« zu beten. Offensichtlich können wir das noch nicht, denn unsere Wünsche werden ja nicht sofort erfüllt. Wenn wir dann alles richtig gelernt haben, hören unsere Engel uns endlich, und dann (es wurde auch Zeit!) erfüllen sie uns sofort jeden Wunsch: der richtige Partner, der richtige Job, die immer währende Gesundheit. Selbst das perfekte Aussehen könnten wir mit relativ wenig Arbeitsaufwand erreichen.

Wie würden wir uns entwickeln? Wahrscheinlich nicht unähnlich einem verzogenen Kind, das stündlich nach seiner Schokolade brüllt und dabei unerträglich und auch noch übergewichtig wird. Gott ist bestimmt klüger als so manche »wohlmeinenden« Eltern. Dafür »der ganze Aufwand mit der Welt und dem Leben«? Ich glaube, wohl eher nicht.

Zweites Szenario: Nehmen wir also an, wir seien in der Lage, immer und jederzeit unsere Engel zu hören. Sie stünden uns ununterbrochen beratend zur Seite und wir bekämen jedes noch so kleine Problem sofort beantwortet. Wir würden also keine Fehler mehr machen, sondern nur noch »das Richtige« tun. Das bedeutet: Wir hätten keine freie Wahl und auch keine Entscheidungsmöglichkeit. Alles, was wir tun müssten, wäre, zuzuhören und es dann prompt umzusetzen.

Doch was würden wir daraus lernen? Würde Gott uns wirklich auf diese Erde schicken, damit wir einzig und allein folgsames Zuhören lernen? Kann das der Sinn unseres Lebens sein?

Wir wissen, oder zumindest ahnen wir doch, dass es da einen größeren göttlichen Plan gibt. Und dieser Plan wird wahrscheinlich nicht heißen: »Du machst gar nichts, mein liebes Erdenkind, und ich, dein Engel, kümmere mich um alles.« Es gäbe keine Überraschungen mehr, und ein sehr voraussichtlicher Ablauf unseres Lebens würde uns bestimmt auf Dauer langweilen – aber langweilig ist unser Leben weiß Gott nicht.

Eine Astrologin fragte meine Tochter Julia einmal, sie muss wohl um die zwölf Jahre alt gewesen sein, ob sie Voraussagen zu ihrem Leben hören wollte. Sie schaute die Frau vollkommen entsetzt an und meinte: »Ja wozu denn das? Dann ist ja die ganze Überraschung vorbei!«

Und doch ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich einfach wissen will, wie sich die Dinge in meinem Leben entwickeln werden. Aber ich fürchte, meistens werden wir wohl warten müssen, bis der Zeitpunkt gekommen ist.

»Wozu sind die Engel also da?«, mag sich der eine oder andere fragen, »wenn schon nicht zum Wunscherfüllen?«

Engel, wie gute Lehrer, sind dazu da, uns Rat zu geben. Uns die Richtung zu zeigen und uns im Leben und im Sterben zur Seite zu stehen. Wie gute Eltern ihren Kindern nicht alles abnehmen, so halten sich auch unsere Engel an die Regel, dass man, um etwas zu lernen, auch etwas zum Üben braucht.

Jede Sprache, jede Erfahrung und jede Verhaltensweise ist angelernt. Manches hat uns leichtfüßiger, anderes schwermütiger gemacht. Und häufig erkennen wir in der Rückschau, wie wichtig jede einzelne Erfahrung für uns war.

Wenn ich mit ehemaligen Krebskranken zusammen bin, bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Klarheit sie über ihre Zeit der Krankheit sprechen. Ich höre fast ausschließlich, »dass die Krankheit auch ein Geschenk war«. Natürlich anstrengend und eine große Herausforderung – und doch, ein Geschenk. Meistens kommt diese Klarheit erst nach ein paar Monaten, nachdem man sich verlassen gefühlt und in Todesangst verzweifelt damit gerungen hat. Doch dann kommt der Punkt, da der Kranke seine Krankheit anders sieht.

Warum wird sogar eine solche Krankheit als Geschenk erlebt?

Vielleicht weil wir uns für uns selbst Zeit nehmen mussten. Weil wir dabei unser Leben überprüft haben. Wir mussten uns mit unseren Ängsten auseinander setzen und auch mit unseren Vorstellungen von uns selbst und unserem Leben. Dabei haben wir uns besser kennen gelernt und nicht selten Veränderungen vorgenommen, die schon seit Jahren mal mehr oder weniger leise angeklopft haben. Plötzlich fingen wir an, darüber nachzudenken, was wir, was unsere Körper denn eigentlich brauchen, um sich wohl zu fühlen.

Alles im Leben verändert sich. Ob es uns passt oder nicht. Und je weniger wir gegen diese Veränderungen ankämpfen, desto leichter wird unser Leben sein. Und für all das braucht es Zeit. Und so beginnt auch dieses Buch mit »Zeit«. Ihrer, da Sie sich die Zeit nehmen, dieses Buch zu lesen, und sich dann die wichtige Zeit den Engeln widmen. Meiner, in der das Manuskript geschrieben wurde. Und mit der Zeit der Stille. Mit der, so scheint es mir, irgendwie alles beginnt.

Die Benutzung der Karten

Wenn Sie Lust haben, können Sie das zu diesem Kartenset gehörige Tuch entweder auf Ihren persönlichen Hausaltar legen oder auf einen Tisch bzw. einen ruhigen Platz, der hauptsächlich für Zeiten in der Stille benutzt wird. Auf dem Tuch ist ein aufgedrucktes Gebet mit freien Stellen, auf die Sie die Karten legen können. Da es drei Stapel gibt – »Gebete«, »Übungen« und »Lösungswege« –, legen Sie sie bitte in der beschriebenen Reihenfolge auf. Also auf die erste freie Stelle »Gebete«, in die Mitte »Übungen« und als Letztes »Lösungswege«. Natürlich können Sie die Karten aber genauso gut in das Tuch einwickeln und nur bei bestimmten Gelegenheiten herausholen.

Das Gebet empfinde ich entweder als tägliche Kontaktaufnahme oder als Vorbereitung in mein Gespräch mit Gott und den Engeln. Meine Gebete versuche ich nicht als Hilferufe zu schicken – obwohl es gelegentlich unvermeidbar passiert –, sondern eher als Dank für das, was ich habe. Und selbst wenn es mir schwer fällt: Dank für die neue Herausforderung mit dem Wunsch nach Verständnis dafür.

Eine meiner wichtigsten Fragen ist immer die »Warum?«-Frage. Da ich annehme, dass es stets Gründe für alles gibt, möchte ich die gern kennen. Allerdings kommen meine »Warums« nicht in Sätzen wie den folgenden vor: »Warum passiert das immer nur mir?« oder »Warum habe ich nie Glück im …?«. Das sind keine Fragen, sondern eher Beschwerden. Ich bin sicher, Sie kennen den Unterschied.

Ich versuche, meine Tage mit einem Gebet zu beginnen; und für diesen Fall sind einige Gebete als Vorschläge auf den Gebetskarten. Benutzen Sie eine Gebetskarte, wenn Sie keine Übungen machen wollen und auch keine Lösungswege zu einem bestimmten Problem benötigen. Doch an manchen Tagen brauchen wir mehr.

Wer kennt nicht das Gefühl des erschöpften Aufwachens, wenn man den Kloß im Hals oder die Schwere im Magen schon vor dem ersten Augenaufschlag fühlen kann? Mal wieder liegt ein Tag vor uns, der eine noch nicht geklärte Herausforderung mit sich bringt. Nicht selten eine, die uns schon lange das Leben schwer macht. Falls Sie einen dieser Tage erleben sollten, dann nehmen Sie bitte den Kartenstoß Lösungswege in die Hand. Schließen Sie die Augen, atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus und hören Sie Ihrem Atem zu, bis Sie entspannt sind. Sprechen Sie dann entweder Ihr eigenes Gebet, eines, das Ihnen besonders gut gefällt, oder das, welches auf dem Tuch geschrieben steht. Ein »Vaterunser« hilft hier auch immer sehr. Wenn Sie Ihr Herz spüren, dann bitten Sie mit Ihren eigenen Worten, dass Sie die Karte ziehen, die Sie bei der Lösung dieser Herausforderung unterstützen soll. Dann wählen Sie bitte mit geschlossenen Augen eine Karte. Lesen Sie sie einmal durch. Atmen Sie noch einige Mal tief ein und aus und lesen Sie dann die Karte ein zweites Mal. Seien Sie sich dessen bewusst, was Ihnen so durch den Kopf geht. Wenn Sie Lust haben – und vor allen Dingen die Zeit –, können Sie sich Ihre Gedankengänge dazu auch aufschreiben. Der Satz, der auf dieser Karte steht, hat einen Vorschlag für Sie, den Sie anwenden können. Ich bin wie gesagt leider immer etwas ungeduldig, und so liebe ich »schnelle« Hilfestellungen. Deshalb sind die Vorschläge auf den Karten auch sehr kurz gehalten und werden im Buch intensiver erklärt.

Es ist mir ein eigenartiges Phänomen aufgefallen, das häufig eintritt, wenn man gerade eine Entscheidung getroffen hat. Hierzu ein Beispiel: Sie haben sich nach langem Hin und Her entschlossen, Ihren mittlerweile ungeliebten Beruf aufzugeben. Just in dem Moment, in dem Sie sich »eigentlich« für einen neuen Job entschieden haben, kommt ein verlockendes Angebot aus dem bisherigen Betätigungsfeld. Oder Sie haben sich gerade von Ihrem Freund getrennt, und zwei Wochen später kommt genau »der Gleiche in Grün« und verdreht Ihnen den Kopf.

Wenn wir etwas gelernt haben, dann gibt es diverse Methoden, nachzuprüfen, ob wir es denn auch wirklich kapiert haben. Es wird uns also nochmal präsentiert. Häufig auch dann, wenn wir uns ein bisschen verzweifelt fühlen. Das Neue hat sich noch nicht entwickelt: Wir sind wie die Segler in einer Flaute, in der das Segel den neuen Wind noch nicht bekommen hat, aber der alte Wind schon weg ist. Dann kommt da »der alte Wind« nochmal hoch, um uns dazu zu verlocken, dass wir uns wieder umdrehen. Alles das, um nachzuschauen, ob wir es wirklich schon verstanden haben. Das mag ruhig noch zwei-, drei- oder viermal passieren, dass wir uns doch noch einmal zurückdrehen. Und dennoch merken wir nach kurzer Zeit jedes Mal erneut, dass wir genau das wieder machen, was wir eigentlich nicht mehr tun wollten. Irgendwann einmal lösen wir uns dann doch davon, und die Engel warten mit unglaublicher Geduld dabei und begleiten uns.

Wie immer ist jede Hilfestellung unserer Engel stets auch nur ein Angebot. Es liegt an uns, ob wir es als passend empfinden und ob wir es ausprobieren wollen. Ich bin eine von der »ausprobierenden Sorte«, natürlich immer nur dann, wenn es legal, ehrenhaft und schmerzfrei ist. Wobei sich »schmerzfrei« nicht auf schmerzfreie Erfahrungen bezieht. Die gibt es nicht in allen Fällen. In meinem Leben ist es so, dass die wichtigsten Erfahrungen immer mit einigen Schmerzen errungen worden sind.

Wir lernen aus Erfahrung, und dazu gibt es ausgesuchte Übungen. Experten wissen, dass sich ein Thema über das Lesen, Sehen oder Hören weniger einprägt. Was sich dagegen am meisten einprägt, ist die eigene Erfahrung damit. Und darum geht es beim Stapel Übungen. Wenn uns keine Herausforderung erwartet und wir gern etwas für unsere Weiterentwicklung tun möchten, dann können wir uns hier eine Karte ziehen.

Gelegentlich war es für mich schwierig, die Karten in die Kategorien einzuordnen. Manches von dem, was in den Gebeten vorkam, hätte genauso gut in den Übungen erscheinen können. Einiges ist sich ähnlich. Mir hat es immer geholfen, Dinge immer und immer wieder zu üben. Je mehr wir üben, desto leichter fällt es uns. Wenige davon sind deswegen doppelt und werden, manchmal im selben Wortlaut, in zwei Abteilungen aufgeführt. Wenn Sie selbst lieber ein Gebet in die Übungskarten oder Lösungswege stecken wollen oder umgekehrt, tun Sie es einfach. Eine Freundin aus der »Testgruppe«, die die Karten vorher ausprobiert hat, legte sie lieber alle auf einen Stapel und zog sich jeden Tag etwas. Eine andere Freundin nahm sich gleich drei auf einmal. Wie sie sehr schnell feststellte, war das zu viel. Auch ich möchte Ihnen dringend empfehlen, sich wirklich nur eine pro Tag vorzunehmen.

In meinen Meditationen tauchte neben den Karten auch ein Buch auf, das weiter beschreibt, warum und wozu eine Übung gedacht ist. Ich möchte immer gern wissen, was das Ergebnis einer Sache ist – natürlich nicht jedes Mal bestimmbar und selbstverständlich auch häufig individuell verschieden. Und doch glaube ich, dass es bestimmte Erfahrungen gibt, die nun einmal menschlich sind, und da sind wir uns in vielem gleich.

Ich würde mich freuen – und ich hoffe, die Engel auch –, wenn Ihnen die Karten und das Buch nützlich sind. Ich wünsche Ihnen aus tiefstem Herzen viel Freude, Kraft und Erfolg bei der Neuerschaffung Ihres Lebens.