Bella, Dezember 2010
„Man trifft sie in der Stille“
Früher war Sabrina Fox (52) TV-Moderatorin. Heute schreibt sie Bücher („Wie Engel uns lieben“), ist eine ausgewiesene Engel-Expertin
Zu den Engeln kam Sabrina Fox eher zufällig: „Der Grund war ein beruflich tiefes Loch, vor etwa zehn Jahren. Eine Freundin erzählte mir von ihren Engelerfahrungen und war sich sicher, dass sie mir bestimmt auch helfen könnten. Ich war blond und beim Fernsehen, und das fehlte mir noch: im Ruf zu stehen, verrückt geworden zu sein! Doch irgendwie ging mir der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf …“ Heute gilt Sabrina Fox als ausgewiesene Engel-Expertin. Uns hat sie die fünf wichtigsten Fragen beantwortet.
Hat jeder Mensch einen Engel?
Nicht nur einen, sondern mehrere. Unser „Engel fürs Leben“ ist der sogenannte Schutzengel. Er begleitet uns durch das Leben bis zum Tod. Und er ist es auch, der mich in meinem persönlichen Wachstum unterstützt. Weil er immer in meiner Nähe ist. Dann gibt es noch viele andere Engel, die für bestimmte Bereiche zuständig sind. Vergleichbar mit den Schutz-Heiligen, denen auch ein Aufgabengebiet zugeteilt wurde. Manche Engel helfen uns, wenn wir Kraft brauchen. Manche, um zu vergeben. Andere, wenn wir lernen müssen, uns selbst zu achten und zu lieben. Es treten immer die Engel näher zu uns, die wir gerade am dringendsten brauchen.
Wie tritt man mit ihnen in Kontakt?
Indem man in die Stille geht. Da Engel keinen Körper haben wie wir, sprechen sie auch nicht laut zu uns. Ihr Kontakt ist ein leichter. Da geht nicht der Himmel auf, und jemand ruft uns zu: „Da bist du ja endlich!“ Wenn ich mit meinen Engeln sprechen möchte, dann sage ich zuerst ein persönliches Gebet und erlaube mir, die Worte, die ich spreche, auch zu fühlen. Gefühle sind sozusagen die Telefonleitung zu den Engeln. Dann gehe ich in die Stille und beruhige meine Gedanken. Ich meditiere. Das ist notwendig, um die Engel überhaupt wahrzunehmen. Wir können ja auch nicht mit jemandem in Ruhe sprechen, wenn wir auf einer lauten Party sind, die Musik dröhnt und dann auch noch das Handy klingelt. Stille tut uns gut. Selbst wenn wir manchmal eine Weile brauchen, um uns darauf einzulassen.
Wie spricht man mit einem Engel?
Einige sprechen ihre Gedanken, Fragen, Anliegen hörbar aus. Andere gehen mit ihrem Engel in einen inneren Dialog. Ich mache es immer so, dass ich nach dem Gebet und meiner Danksagung – ganz wichtig, denn auch Engel lieben Höflichkeit – in Gedanken eine Frage stelle. Und dann warte ich, bis der Engel antwortet. Mit Gedanken, inneren Bildern, Gerüchen oder Gefühlen. Manche sehen nur innere Bilder. Manche spüren etwas. Manche riechen, manche schmecken sogar. Das ist ein bisschen wie eine neue Sprache lernen. Allerdings sehr viel leichter. Denn es gibt keine mühsamen Vokabeln. Und wenn ich etwas nicht verstehe, dann frage ich nach. Also angenommen ich überlege mir, ob ich umziehen soll. In meinem inneren Dialog habe ich nichts „gehört“. Dann bitte ich um ein Zeichen. Jetzt heißt es, aufmerksam zu sein. Plötzlich spricht der Moderator im Radio von Hamburg. Dann ruft ein Freund aus Hamburg an. Dann finde ich plötzlich ein Buch über Hamburg auf dem Tisch einer Freundin liegen. Das sind Zeichen. Meistens schlagen mir meine Engel etwas vor, bei dem ich etwas tun muss, was mir nicht leicht fällt. Daran erkenne ich immer sofort, dass dieser Rat von den Engeln kommt.
Wie können wir uns Engel vorstellen?
Die meisten von uns sehen Engel nicht. Ich auch nicht. Jahrelang hatte ich es mir gewünscht. Weil ich einen Beweis haben wollte. Jetzt brauche ich keinen mehr, denn meine Engel haben mir immer wieder gezeigt, dass es sie gibt – auch ohne sich vor meinen Augen zu zeigen. Es ist die Achtsamkeit, die Engel „lebendig“ werden lässt.
Wie nimmt man die Anwesenheit von Engeln wahr?
Beobachten Sie Ihren Körper. An welcher Stelle fühlt sich etwas anders an? Das kann eine Gänsehaut, ein warmer oder kühler Luftzug, ein Druck, ein Streicheln sein. Das ist der Engel, der sich dann bei Ihnen meldet. Manchmal erkennen wir auch ihre Anwesenheit, wenn wir plötzlich Blumen riechen, obwohl keine da sind. Manchmal mag es auch eine Temperaturschwankung sein. Und manchmal sind es Federn, die dir plötzlich vor die Füße fallen …
„Der klitzekleine Engel hilft beim Abschied“ heißt das aktuelle Buch von Sabrina Fox. Mehr über sie, ihre Vorträge und Workshops finden Sie unter www.sabrinafox.com