„Ich Bin“ Heft Nr. 2 2005
Sabrina Fox
höchstpersönlich
... im Gespräch mit dem IchBin-Magazin
Liebe Sabrina, wie definieren Sie Freiheit sowohl im persönlichen als auch im spirituellen Sinne?“
Ich kenne keine wahre Freiheit, da meine Tochter erst 15 Jahre alt ist. Ich glaube, das müssen Sie mich in drei Jahren noch mal fragen (lacht), da weiß ich dann vielleicht, was Freiheit ist.
In Ihrem neuen Buch „Erleuchtung, Sex und Coca Cola“ blicken Sie selbstkritisch, aber auch mit viel Humor auf persönliche Erfahrungen und Dogmen des spirituellen Weges zurück. Wovon haben Sie sich befreit und was ist als Essenz geblieben?“
Als Essenz ist meine Liebe zu Gott und zu den Engeln geblieben und natürlich die unersetzlichen Erfahrungen, die mir geholfen haben, mich zu entwickeln. Und mit meiner Entwicklung bin ich natürlich noch lange nicht fertig.
Das neue Buch habe ich nicht geschrieben, um Leser von Erfahrungen abzuhalten, ich habe übrigens auch keine meiner Erfahrungen bedauert. Im Gegenteil! Wir lernen nun mal sehr häufig von Dingen, die NICHT geklappt haben und wachsen an großen emotionalen wie auch wirtschaftlichen Herausforderungen. Nur manchmal hilft es, wenn man mit offenen Augen das betrachtet, was einem so angeboten wird. Wie bei vielen anderen ist auch bei mir eben durch diesen Weg ein tiefes Vertrauensverhältnis in meinem Leben entstanden, das ich früher nicht gehabt habe.
Zum zweiten Teil Ihrer Frage: Befreit habe ich mich von bestimmten Vorstellungen, wie spirituelle Leute denn zu sein haben. Ich muss eben nicht täglich stundenlang meditieren, um ein spirituelles Leben zu führen. Und wenn jemand mit Genuss ein Stück Fleisch verzehrt, dann ist er noch lange nicht gefühllos Tieren gegenüber. Manchmal besteht die Gefahr, dass unser Weg, besonders wenn er sehr konsequent durchgeführt wird, immer enger und enger wird. Und das Leben ist zum Leben da, und nicht, um sich alles abzugewöhnen.
Sie lassen ja in Ihrem neuen Buch auch Ihre Freunde und Verwandte zu Wort kommen. Jeder beschreibt, zum Teil sehr amüsant, wie es war, mit der extrem spirituellen Sabrina auszukommen.
Ja, ich hatte natürlich keine Ahnung, wie anstrengend ich war. Heute noch erzählen mir Freunde Geschichten, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Vor zwei Wochen zum Beispiel erzählte mir eine Freundin, wie ich zu einem Geburtstagsfest (!) eine Kiste Erde mitnahm und dann unter den Tisch stellte, um dann meine nackten Füße darin einzutauchen. Sie fragte mich, warum ich das machen würde und ich erklärte ihr, dass ich mich erde (lacht). Ja, ich hatte so eine Kiste Erde unter meinem Schreibtisch stehen, was ja schon ungewöhnlich genug ist, aber dass ich das Ganze auch noch zu einem Mittagessen mitgenommen habe, konnte ich nicht fassen. Das Erden fand ich damals sehr wichtig und es hat mir auch gut getan, aber ich glaube, ich habe das doch ein bisschen übertrieben. (lacht) die Kiste zu einem Geburtstag mitzuschleppen. Im Nachhinein konnte ich nur den Kopf über mich schütteln.
Was war Ihre wohl schönste Erfahrung mit Engeln?
Ich habe ja selber nie Engel gesehen, und so musste ich mich mehr auf meine inneren Empfindungen verlassen. Und das war eine sehr große Herausforderung für mich. Deshalb haben mir meine Engel wohl durch dieses lange Suchen das Vertrauen in meine Intuition geschenkt. Und dafür bin ich sehr dankbar.
Eine „schönste“ Erfahrung kann ich gar nicht benennen. Es ist das tiefe Gefühl, das natürlich sehr viel leichter während eines Gebetes oder einer Meditation entsteht, wenn man die Nähe der Engel fühlen kann. Dieses Gefühl, man ist in Liebe eingebettet, empfinde ich immer als ein großes Geschenk. Und natürlich gibt es dieses Gefühl für jeden von uns. Wir vertrauen ihm nur häufig nicht. „Na, das habe ich mir bestimmt eingebildet.“; wer denkt so was nicht? Die Herausforderung ist nicht, dass wir die Engel nicht spüren, die Herausforderung ist, dass wir es nicht glauben, selbst wenn wir es gespürt haben.
Ergänzen Sie doch bitte ganz spontan folgenden Gedanken:
Ich fühle mich frei, wenn... Ich tot bin. (Bitte nicht erschrecken, das ist nicht traurig oder dramatisch gemeint. Ich glaube nur, dass wahre Freiheit für mich wohl erst dann entstehen kann, wenn ich keine Verantwortung mehr fühle. Aber ich lasse mich natürlich auch gerne überraschen.)
Mein sehnlichster Wunsch für dieses Jahr ist... Frieden im Sudan, Irak, Palästina und Israel.
Ein noch unerfüllter Traum von mir ist... ohne Angst Motorrad zu fahren.
Mein liebster Ort, an dem ich mich am wohlsten fühle, ist... in seinen Armen.
Welche persönliche Botschaft möchten Sie unseren Leserinnen und Lesern mitgeben?
Botschaft? Der liebe Gott gibt Botschaften, ich gebe höchstens Anregungen (lacht). So schwer es sein mag: Die Kraft zu haben, dem Herzen zu folgen.
Wir bedanken uns für das Interview!