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Buchkritiken zu "Mrs. Fox will wieder heim"

Veröffentlichungen unter anderem in: Abendzeitung, Berliner Morgenpost, Bild der Frau, Bild, Bild und Funk, Bunter, BZ, Die Aktuelle, Die Welt, Frau im Spiegel, Funkuhr, Für Sie, Glückspost, Hamburger Abendblatt, Hamburger Morgenpost, Hörzu, TV Hören und Sehen, TZ München, Süddeutsche Zeitung, Stern, Stern Magazin, Sternbild, Tempo, etc.

Eine Auswahl:

Stadtgespräch Leipzig August 2008

Sabrina Fox „Mrs. Fox will wieder heim“

Oft liest man ja Bücher, weil man den Autoren schon kennt. Oder auch, weil man das, was der Autor beruflich sonst so getan hat, interessant findet und mehr herausfinden möchte. Manchmal ist es allerdings besser, wenn man den Verfasser eines Buches nicht kennt. Hätte ich – und hier kommt natürlich mein Beispiel – gewusst, dass Sabrina Fox, die zu ihrem bayerischen Geburtsnamen ein ebensolches Gemüt hat, schamanische Rituale abhält und Bücher über Engel geschrieben hat, ich hätte „Mrs. Fox will wieder heim“ eher nicht gelesen. Auch ihre Tätigkeit beim Frühstücksfernsehen von SAT 1 und die Mitwirkung bei „Unglaubliche Geschichten“ hätten bei mir aller Wahrscheinlichkeit nach dazu geführt, dass ich das Buch ungelesen weiterverschenkt hätte – im günstigsten Fall.

Dass allerdings wäre ein Fehler gewesen, denn selten habe ich ein Buch über das Thema „Auswandern“ gelesen, das einerseits so informativ ist, andererseits aber gekennzeichnet ist durch einen gehörigen Schuss Selbsterkenntnis vermischt mit Selbstironie (wie oft geht diese dem guten Deutschen ab). Sabrina Fox nimmt niemals die beim Auswandern so beliebte Pose ein „da hast du als Laie aber naive Vorstellungen – ich sage dir mal, wie es tatsächlich läuft.“ Natürlich sagt auch sie, wie es tatsächlich läuft – und einiges läuft in ihrer neuen Heimat Los Angeles anders als bei uns. Doch erzählt sie über das „Gelobte Land“ Kalifornien stets aus ihrer eigenen Perspektive und die ist so, dass man sich leicht in die Deutsche versetzen kann. Überraschend und erfrischend ist auch ihre Offenheit, wenn es um Probleme der Auswanderung geht. So geht es an vielen Stellen des Buches darum, dass sie mit ihren mäßigen Englischkenntnissen sehr lange brauchte, um die Leute in ihrer neuen Heimat allein schon sprachlich zu verstehen. Natürlich stellte die Sprache nach einiger Zeit kein Problem mehr dar, schließlich lebte die Autorin 16 Jahre in den USA, wohin sie ihrem Mann, der in der Filmbrache arbeitete, gefolgt war. Sehr anschaulich, mit vielen Beispielen bespickt erzählt Sabrina Fox von ihrem Hin- und Hergerissensein zwischen der alten und der neuen Heimat. Auch typisch für Auswanderer sind die verschiedenen Phasen, die jeder auf eine andere Art durchmacht. Hier beschreibt sie, wie sie zwischen Verteufelung und Idealisierung sowohl, was die neue als auch was die alte Heimat angeht, hin und her pendelt. Schon der Untertitel des Buches „Wie ich die Amerikaner verstehen und die Deutschen lieben lernte“ kündigt an, was den Leser dann auch tatsächlich erwartet. Vieles in diesem Buch wird erfahrenen Amerika-Touristen bekannt sein, anderes dagegen nicht. Die Erfahrung, dass in Kalifornien selbst bei den Traumvillen die Dächer undicht sind und dass es Berater gibt, die für 600 Dollar einen halben Tag nach Haus oder Wohnung auf Kindersicherheit überprüfen und das in bestimmten Kreisen gang und gäbe ist, hat man eben nur, wenn man tatsächlich dort lebt. Schön kann der Leser den allmählichen Perspektivenwechsel der Autorin nachvollziehen, wenn manches, das ursprünglich seltsam ist, auf einmal praktisch und normal erscheint, und anderes, was einen aus der Ferne träumen lässt, auf einmal zur Ernüchterung führt.

Für jeden künftigen Amerika-Auswanderer sollte das Buch Pflichtlektüre sein. Ich habe es sehr genossen – aber die Engelbücher der Autorin werde ich trotzdem nicht lesen, sorry!