Von Mensch zu Mensch, 1. Ausgabe 2006
Die Engelflüsterin
Interview mit einer außergewöhnlichen Frau, die mit den Engeln spricht
Sabrina Fox (47), ist spirituelle Beraterin und Buchautorin. In Vorträgen, Artikeln und Talkshows setzt sie sich mit den Themen Engel, Spiritualität und persönlichem Wachstum auseinander. Ihre Karriere begann sie unter dem Namen Sabrina Lallinger als Fotoredakteurin und Reporterin. Von 1984 bis 1994 moderierte sie zahlreiche Sendungen im Deutschen Fernsehen.
Als Sabrina hörte, dass in dieser, der ersten Ausgabe von VMZM das Thema des Monats “Engel” lautet, hat sie sich spontan entschlossen mit einem exklusiven Interview dabei zu sein!
Ulf Buck hat mit Sabrina gesprochen und berichtet von einer außergewöhnlichen Frau, die mit den Engeln spricht:
MzM: “Sabrina, viele unserer Leser interessiert es natürlich sehr, wann sie zum ersten Mal bemerkt haben, dass sie mit Engeln Kontakt aufnehmen können. Wie waren ihre ersten Erfahrungen?”
„Ich habe keine „natürliche Begabung“ (lacht). Ich hatte damals vor über zehn Jahren, als ich mich auf die Suche nach Engeln machte, eher das Gefühl: „Was stimmt mit mir nicht? Warum reden die Engel eigentlich nicht mit mir?“ Ich hatte eine erste Lehrerin, die mit Engeln sprach und sie gab mir ihre Durchsagen. Schon damals fand ich das wenig befriedigend. Heute weiß ich natürlich, dass jede Durchsage immer auch durch den „Filter“ des Mediums geht. Ich musste mir den Kontakt mit den Engeln erarbeiten, wie die meisten von uns auch. Durch Gebete, Meditation, gute Lehrer und Gottvertrauen.“
MzM: “ Und wie merken sie, dass es wirklich Engel sind, mit denen sie Kontakt haben?
„Jeder von uns muss durch seine eigenen Kontrollmechanismen durch und sich überlegen, ob sich dieser Kontakt richtig anfühlt. Wenn ich meinen inneren Dialog mit den Engeln habe, dann fühle ich mich immer ruhig und entspannt. Sie geben mir gute Ideen und Gedanken. Durch diesen Kontakt entsteht ein ganz eigenes Gefühl der Weite. Alles was Angst macht und sich eng anfühlt, kommt nicht von den Engeln.“
MzM: „Ich weiß von vielen spirituellen Menschen, dass sie bei ihrer Arbeit Hilfsmittel, quasi als Verstärker, einsetzen. Wie ist das bei ihnen?
Setzen sie Engel-Karten oder eine spezielle Musik für sich ein?“
„Ruhe und Zeit, das ist alles, was für mich wichtig ist.“
MzM: ” Wie ist das eigentlich, muss man an Gott glauben, um Kontakt zu Engeln haben zu können? Ist die Arbeit mit Engeln für sie an eine bestimmte Religion gebunden, denn in vielen Religionen und Kulturkreisen findet man ja die feinen Spuren der Engel in Form von unterschiedlichen geflügelten Wesen?”
„Ich glaube, dass der liebe Gott das ganz geschickt geplant hat. Viele Menschen haben Schwierigkeiten mit dem Gottesbild. Ich hatte das auch. Engel sind in den Kirchen nicht so festgelegt und so können viele von uns, die Schwierigkeiten mit Gott haben, sich den Engeln eher nähern. Und jede Annäherung zu der Unendlichkeit ist wunderbar.“
MzM: ” Sabrina, sie haben vorhin erwähnt, dass sie sich ruhig, entspannt und ohne Angst fühlen, wenn ihre Engel bei ihnen sind. Wie können sie die Energie der Engel erfühlen und spüren? Sehen sie die Engel auch? Und vor allem, kann das jeder oder muss man bestimmte Herausforderungen mitbringen?"
„Viele von uns, die regen Kontakt mit Engeln haben, sehen das als ein Geschenk an, dass jedem von uns freisteht. Jeder hat eine andere Art mit Engeln Kontakt aufzunehmen. Eine Freundin von mir spricht mit ihren Engeln unter der Dusche! Ich habe jahrelang gebetet Engel sehen zu dürfen. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, sie zu fühlen (lacht).“
MzM: “Es ist gut zu wissen, dass man himmlische Begleiter hat, die einem mit unendlicher Liebe zur Seite stehen. Gibt es auch Situationen in denen sie keinen Zugang zur Engelebene haben?”
„Ja, immer dann, wenn ich meine „Hausaufgaben“ noch nicht gemacht habe. Engel sind nicht dazu da, uns das Leben abzunehmen. Ihre Aufgabe ist es nicht, uns alles vorherzusagen. Schon in der Schule hätten wir mit dieser Methode nicht viel gelernt. Im Laufe unseres Lebens, also unseres spirituellen Trainings, ergeben sich Situationen von denen wir etwas lernen sollen. Es wäre gänzlich unpassend, wenn wir jedes Mal in solch einer Situation nur nach den Engeln fragen müssten und die Herausforderung wäre erledigt. Schließlich sollen WIR es ja lernen, die Engel können es schon. Ich frage natürlich trotzdem um Rat und manchmal ist es still. Dann überlege ich mir, was ich schon gelernt habe, um mit dieser Situation umzugehen. Später versuche ich es noch mal.“
MzM: ” Sie sind sozusagen ein Profi was Engel angeht, kommen auch viele Menschen zu ihnen, um durch sie Kontakt zu Engeln aufzunehmen? Menschen, die Rat und Hilfe bei ihren Sorgen und Lebenskrisen benötigen, suchen ja gerade in solchen Situationen eine Hilfestellung bei spirituellen Menschen.”
„Ich nehme keinen Kontakt für andere Leute mit ihren Engeln auf. Ich sehe es eher als meine Aufgabe an, meine Leserinnen und Leser dabei zu unterstützen selbst Kontakt mit den Engeln aufzunehmen. Nur dann – meiner Erfahrung nach – entwickelt man eine Intimität mit den Engeln. Häufig entstehen Abhängigkeiten zwischen dem Vermittler und dem Suchenden und das will ich auf jeden Fall vermeiden.
Wenn man die Liebe zu den Engeln mit der Liebe zu einem Mann oder einer Frau vergleicht, dann wäre es genauso, als wenn ich immer einen Vermittler bräuchte, um mit ihm oder ihr zusammen zu sein. Und das wäre ja ziemlich unpraktisch, nicht wahr?"
MzM: „ In der Tat, das wäre in manchen Situationen wohl eher hinderlich und ich finde es auch sehr viel besser den Menschen eine Hilfe zur Selbsthilfe an die Hand zu geben, als sie in eine Sackgasse zu führen, aber sehr viele Menschen glauben, dass ihr Schutzengel sie vor großem Unheil bewahren kann, wie ist das bei ihnen Sabrina? Welche Bedeutung hat ihr Schutzengel für sie ganz persönlich?“
„Häufig wird geglaubt, dass uns Schutzengel vor unangenehmen Erfahrungen beschützen sollen: Unfällen, Krankheiten, sogar dem Tod. Wenn dann etwas passiert heißt es, da hat „mein Schutzengel gerade mal nicht aufgepasst“. Und natürlich wundert man sich dann, ob man es nicht wert ist, dass der eigene Schutzengel aufpasst. Nicht selten sucht man auch die Schuld bei sich selbst: „Habe ich vielleicht nicht genug gebetet?“ Unsere Seele sucht sich die Herausforderungen aus, die wir brauchen und da mag eine Krankheit, ein Unfall auch dazugehören (so unangenehm und schmerzhaft das auch sein mag). Ich glaube nicht an Versehen im Leben. Gott und die Engel schauen nicht weg. Ich glaube, dass wir viele Leben leben. Einmal lernen wir mit einer Behinderung umzugehen, das andere Mal, was es bedeutet reich zu sein. Einmal haben wir eine große Familie um uns, ein anderes Mal tiefe Einsamkeit. Wir sammeln Erfahrungen und somit entsteht in uns ein tieferes Mitgefühl. Die Engel begleiten uns, beim Leben wie beim Sterben, und in dieser Begleitung liegt ihr Trost und ihre Liebe. Es gibt viele Engel die für ganz unterschiedliche Aufgaben da sind. Mein Schutzengel ist da um mir zu zeigen, wie eine „verbesserte Sabrina“ aussehen kann. Es liegt an mir, die nötigen Schritte zu einer Verbesserung anzustreben.“
MzM: ”Dann wäre es gut, wenn jeder seine Engel finden könnte, denn in der heutigen Zeit können und müssen wir ohnehin noch vieles lernen. Bei diesem persönlichen Prozess des Lernens, den jeder Einzelne durchmacht, braucht man auch Hilfe und Unterstützung. Die Zahl der suchenden Menschen ist sehr groß geworden, was würden sie einem Menschen empfehlen, der auf der Suche nach seinen Engeln ist?”
„Inne zu halten. Er hat ihn schon gefunden.
Ich gebe zu, dass ist eine sehr kurze und wahrscheinlich auch relativ unbefriedigende Antwort. Ich würde ihm oder ihr raten sich eine Kerze anzuzünden, sich Zeit zu nehmen und ein Gebet zu sprechen, in dem der Wunsch nach dem Engelkontakt das eigene Herz ganz weit aufmacht. In die Flamme zu schauen, bis sich ganz natürlich die Augen schließen. Und dann die erste Frage in Gedanken zu stellen und dann abzuwarten. Manchmal melden sich gleich hunderte Gedanken, alle ziemlich laut. Immer noch abwarten. Und dann kommt die „kleine Stimme“. Das ist der Engel.“
MzM: „Das waren sehr schöne und berührende Worte zum Abschluss unseres Gespräches. Vielen Dank, Sabrina Fox!“