September 2005
Meine Lieben,
es ist schon erstaunlich, wie schnell sich das Leben verändern kann. Gerade noch konnte man auf meiner website lesen, dass ich wahrscheinlich noch drei Jahre zwischen Los Angeles und Deutschland hin- und herpendeln werde und jetzt bin ich seit Anfang September ganz zurueck nach Deutschland gezogen.
Mir ist dabei aufgefallen, dass sich mein Leben immer dann grundsaetzlich verändert, wenn ich mich mit der jeweiligen Lebenssituation abgefunden habe. Abgefunden klingt wohl etwas depremierend, aber so empfinde ich das nicht. Es ist wohl eher ein Gefühl des Friedens, dass sich einstellt. Leider nicht sofort und leider auch nicht unbedingt einfach. Wer kennt das nicht, die wochen- manchmal monatelange Auseinandersetzung mit einer Lebenssituation, irritiert nach dem Grund suchend, nach dem Segen darin.
Gebete und Wuensche wurden zum Himmel geschickt und doch scheint es irgendwie nicht zu klappen. Nach einer Weile akzeptiert man endlich, dass die Situation eben noch solange dauert, wie sie dauert. Und eine tiefe Ruhe stellt sich ein. Manchmal scheint das Leben fast langsamer zu werden. Dann plötzlich passiert es: Die Situation verändert sich. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass die Energie, die wir für all das Hadern und Beschweren verwendet haben, plötzlich frei wird und für etwas sehr viel wichtigeres verwendet werden kann, unsere Zukunft.
Mit grossen Abschnitten kommen grosse Verabschiedungen: Von meinem alten Leben, guten Freunden, liebgewordenen Gewohnheiten. So gut Los Angeles in den letzten 17 Jahren zu mir war, so schwierig ist diese Stadt doch für meine Tochter, ein fast 16-jähriger Teenager. Los Angeles ist eine Stadt der grossen Illusion gelackt, geschönt und airbrushed ein sehr harter Spiegel für Mädchen in der Pupertät. Und darum bin ich sehr froh, dass sie sich für ein Internat in der Schweiz entschlossen hat. Als Einzelkind will sie erfahren, wie es ist, wenn man sich das Zimmer mit jemanden teilen muss und wie man drei Duschen für vierzehn Maedchen organisiert. Das Haus voll mit Ersatz-Geschwistern. Auch da gab es Abschiede. Die Tochter und die tägliche Aufsicht loszulassen, sind ebenfalls riesen Schritte für mich gewesen. Das Erwachsenwerden ihres wie meines ist wohl nie vorbei.
Ich fühle mich noch ein bisschen wie ein Blumentopf, der noch nicht eingepflanzt ist. Und doch freue ich mich sehr, wieder zu Hause zu sein.
Licht und Liebe
Sabrina Fox

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