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Oktober 2006

Meine Lieben,

irgendwann einmal wird es soweit sein. So denke ich, so hoffe ich. Irgendwann einmal bin ich „fertig“. Rundum zufrieden und glücklich. Weise. Alle Blockaden und alle Muster sind aufgelöst. Jedes Erlebnis aus der Vergangenheit ist nur noch ein Schmunzeln wert. Ich schaue mich entspannt um und genieße jeden Moment.

Dafür wurde natürlich auch einiges getan: Man hat sich selbst genau angeschaut, einiges für gut, anderes für verbesserungsfähig gehalten und ausführlich die Vergangenheit durchforstet - was bei jemanden, der an frühere Leben glaubt, einige Zeit dauern kann.

Man trifft den einen oder anderen Lehrer. Meditiert. Betet. Geht in die Kirche, in Tempel, in Moscheen, auf Vision Quests, zu Channelings und zu realisierten Meistern – manche noch ihnen nicht ganz fertig, manche nicht mal in der Nähe einer Meisterschaft.

Man übt. Man lernt. Man grübelt.

Grübelt?

Ich habe mich dabei ertappt, dass ich grüble. Ich dachte zuerst, dass es sich hierbei um ein ganz normales tiefes Nachdenken handelt, bis mir aufgefallen ist, dass es viel zu störrisch ist, um als Nachdenken zu gelten. Meine Gedanken wiederholten sich und wiederholten sich und wiederholten sich und das zum wiederholten Mal.

Bevor ich wieder ins grübeln kam, meditierte ich und bat meine Engel um Hilfe. Lange kam gar nichts. Dann ein Gedanke: „Benutze diesen Satz, wenn du dich dabei ertappst, wieder mal wie im Kreis über die Vergangenheit nachzudenken und sage dir nur „That was a long time ago“ („Das ist wahrlich schon lange her.“) Damit ist natürlich nicht gemeint, dass man sich seine Vergangenheit nicht anschauen soll. Natürlich ist es wichtig, für unsere Entwicklung und unser spirituellen Entdecken, sich seine Lebensgeschichte klar zu machen. Zu Vergeben, wenn Vergebung nötig ist. Anzuerkennen was passiert ist und nach dem Nutzen fragen. Zu Verzeihen – auch sich selbst.

Doch wann hören wir damit auf? Wenn wir dieses Leben komplett verpasst haben? Aufräumen ist herrlich. Aber wir würden auch nicht Stunden und Tage damit verbringen, uns jeden Fusel und jedes Stück Abfall, dass wir vor Wochen in den Mülleimer geschmissen haben, noch einmal genauestens ins Gedächtnis zu rufen.

Schließlich haben wir aufgeräumt.

Vielleicht werde ich nicht „fertig“. Vielleicht bin ich fertig, so unfertig ich auch bin. Falls also dieser von mir erwünschte „fertige“ Zustand in absehbarer Zeit nicht eintritt, womit also will ich mein Leben bis dahin füllen? Mit ewig Altem?

Ich benutzte diesen Satz: „Das ist wahrlich schon lange her“, wenn mein Verstand mal wieder seine Runden in der längst durchforsteten Vergangenheit dreht. Und interessanter Weise ist es danach immer ziemlich still.

Ein herrlicher Zustand.

Ich freue mich, dass ich diesen Winter einige von Euch auf den Erlebnisabenden sehen werde. Für alle, die das vor einigen Jahren aufgehörte „Stellshagen“ (eine Woche Workshop) vermissen ... ich bin gerade dabei eine Woche auf Mallorca für das Frühjahr vorzubereiten, zusätzlich mit Yoga-Angeboten. Das allerdings dauert noch ein bisschen, bis es auf der Website steht.

Licht und Liebe,

Sabrina

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