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Mein linkes Knie

Meine Lieben,
vor über einem Jahr hatte ich einen Skiunfall. Beim Ausleihen der Skier - ich fahre ganz gut, aber nicht sehr gut – fragte mich der Mann, der die Skibindung einstellte, wie gut ich Ski fahre.  „Durchschnittlich“, antwortete ich. „Also fahren Sie gut Ski.“ Ich wiederholte meine Durchschnittlichkeit und er zog die Bindung fest. Ich hatte gleich ein komisches Gefühl, aber beachtete es nicht weiter. Das passiert mir leider gelegentlich - und auf das Ergebnis kann ich immer warten …
Die ersten Tage fuhr ich irgendwie vorsichtig. Nach zwei Tagen hatte ich das dringende Bedürfnis mir jetzt doch endlich auch einen Helm zuzulegen, was ich gleich tat.
Einen Tag später hatte ich einen Skiunfall. Während ich durch die Gegend flog – ich war jemandem, der vor mir hingefallen war, ausgewichen – merkte ich, dass mein linkes Bein sich unnatürlich verrenkte und dass die Bindung nicht aufging. Irgendetwas in meinem linken Knie schob sich unnatürlich über mein Gelenk und schnappte dann wieder zurück. Einer der Skier knallte auf meinen Helm und ich versuchte noch mich zu entspannen, aber da landete ich auch schon. Ich summte sofort vor mich hin und ließ meinen Körper sich erst einmal beruhigen. Meine Freunde waren schnell bei mir. Sie ließen mir Zeit mit dem Aufstehen. Als ich dann endlich stand, knickte mir sofort mein linkes Knie weg.  Mein Mann stützte mich und ich versuchte in mich hinein zu fühlen. „Eis“ kam mir sofort in den Sinn, und so krempelte ich meine Skihose hoch und packte mein Knie mit Schnee ein.
Ich fuhr mühsam zur nächsten Skiliftstation und dann mit dem Lift hinunter ins Tal. Der Arzt stellte fest, dass nichts gebrochen war, befürchtete aber eine Bänder- und Meniskusverletzung. Ich meditierte und fragte, ob ich operiert werden müsste. „Keine Operation“, sagten die Engel.
Gut.
Ich habe nichts gegen Operationen – manchmal sind sie notwendig – und nahm die Information einfach nur hin. Es stellte sich heraus, dass ich mir das Innenband gerissen hatte und auf meine Nachfrage, ob man es denn wieder annähen könne, schüttelte der Arzt den Kopf: „Gerissen ist gerissen“.
Einer von zehn Patienten kommt ohne Operation aus – wenn sie sportlich sind und auch sehr viel Muskelaufbautraining machen -  der Rest braucht zur Stabilität eine Operation, bei der ein alternatives Kreuzband erschaffen wird.  Ich wusste gleich: „Ich bin einer von den Zehn.“. Ich machte meine Pysiotherapie, viel Sport und lobte mein Knie. Ich redete ihm gut zu, bedankte mich für die Mühe und meinte:  „Wir schaffen das schon“. Während der ganzen Zeit „schnappte“ mir mein Knie auch nie wieder „weg“. Ein gutes Zeichen, dass die anderen Bänder und Muskeln das Knie halten können.
Vor zwei Monaten – ich hatte immer noch leichte Schmerzen beim Beugen des Knies -  wurde eine weitere Tomographie anberaumt, um zu sehen, wodurch dieser Schmerz noch weiterhin auslöst wird.
Ich war gespannt auf das Ergebnis. Sollte ich doch eine Operation brauchen? Mein Arzt zeigte mir die Bilder – die Alten und die Neuen - und meinte, fast beiläufig:  „Ihr Kreuzband ist wieder nachgewachsen.“
Wie bitte?
„Ihr Kreuzband ist wieder nachgewachsen.“  Ich dachte, ich hätte mich verhört. Es kam so ein wunderschönes Glücksgefühl in mir hoch und ich mußte meinen Arzt unterbrechen: „Einen Augenblick bitte.  Jetzt muss ich mich erst einmal richtig freuen!“ Darauf hin ließ ich einen Jubelschrei in der Praxis meines Arztes los.
Mittlerweile weiß ich, dass Kreuzbänder gelegentlich wieder zusammenwachsen.  Mein Arzt, der ja beide Aufnahmen gesehen hatte, nämlich die mit dem gerissenen und die mit dem nachgewachsenen Kreuzband, meinte „Ich habe zwar davon gehört, aber jetzt habe ich endlich auch mal eines gesehen“.  Natürlich erzählte ich dieses Erlebnis ein paar Mal weiter. Manchmal war mein Gesprächspartner  Arzt, und zwei davon meinten kopfschüttelnd, dass es dann wahrscheinlich vorher nicht gerissen war.  Ich lachte nur.
Zwei Sachen haben sich daraus wieder einmal für mich bestätigt: Wenn du ein komisches Gefühl hast, spüre nach warum (!) und: Es kann auch etwas nachwachsen und heilen, selbst wenn man sich das nicht aktiv vorstellt, sondern sich nur allgemein bei seinem Körper  bzw. dem betroffenen Körperteil bedankt. Ich bin meinem Kreuzband natürlich sehr dankbar, dass es sich die Mühe gemacht hat, noch einmal nachzuwachsen.
Noch heute, ein paar Monate später, wache ich häufig auf und freue mich einfach nur so in großer Dankbarkeit an meinem Knie.
Licht und Liebe,
Sabrina

Kommentare

  1. Bea schreibt am 01.05.2009 08:33:

    Liebe Sabrina,

    was für ein traumhaftes Ergebnis! Ich kann Dir nur gratulieren. Ich bin auch davon überzeugt, dass sich der Körper selbst heilt. Man muss einfach nur hinhören.
    Ich mache zur Zeit eine Umschulung. Mit 47 Jahren nicht mehr so ganz einfach. Die grauen Zellen sind nicht mehr wie mit 17 oder 18 wenn man in die Ausbildung geht. Nun, für mich ist es ein neuer Weg, den ich gerne zuende gehen möchte. Doch...durch das sitzen in der Klasse usw wird man auch wieder automatisch in die Kindheit zurück versetzt. Automatisch kommen Gefühle und Erinnerungen an und aus der Schulzeit hoch. Sie vermischen sich mit dem hier und jetzt. So kamen und kommen bei mir Klausurängste hoch. Ich muss sie gar nicht haben..aber sie sind da. So auch am Mittwoch. Als ich die erste Aufgabe erledigt hatte und die 2. anfangen wollte..fingen meine Hände an zu zittern. Ich konnte meinen Stift gar nicht richtig halten. Ich bin in mich gegangen und bin angefangen mich zu beruhigen. Die Gefühle waren nicht von jetzt...sondern aus der Kindheit. Ich habe mich selber beruhigt..und meine Engel zu mir gebeten. Und nach ein paar Minuten konte ich in aller Ruhe meine Klausur zu Ende bringen. Auf das Ergebnis warte ich noch....
    Man kann sich selber helfen....das habe ich gelernt..
    Das Leben ist so spannend..man muss es nur sehen!!
    Ich wünsche Dir alles Gute und alles Liebe....Bea

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