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Nach Hause gehen ...

 

Das erste Mal stellte mir meine Tochter besorgt diese Frage, als sie sieben oder acht Jahre alt war und Bauchschmerzen hatte. „Mama, muss ich sterben?“

„Ja,“ antwortete ich und lächelte beruhigend, „nur nicht jetzt.“  Wir sind Seelen, die eine menschliche Erfahrung machen. Immer und immer wieder. Manche dieser Reisen sind lang, manche sind kürzer. Haben wir etwas falsch gemacht, wenn wir früher gehen? Ich bin sicher, nicht. Sterben ist nicht das Schlimmste, was uns passieren kann.  Wir kehren in die Unendlichkeit Gottes zurück. Erfahren selbst, mal wieder,  unsere Unendlichkeit.

Wenn jemand früher nach Hause geht, als wir es erwarten, wenn es uns vielleicht überrascht, wenn wir gerade von dieser Person ein langes, leichtes Leben erwartet haben, dann erschüttert dies manche von uns. Hatten wir vielleicht gehofft, dass ein spirituelles Leben uns von bestimmten Erfahrungen abhält? Wahre Spiritualität erkennt die lebenslange Hingabe zum Wachstum. Konstante, liebevolle Aufmerksamkeit auf den eigenen spirituellen Weg ohne über den Weg der Anderen zu urteilen. Das ist nicht immer einfach.  Jeder von uns hat seine spirituellen Hausaufgaben. Ohne Ausnahme. Bevor wir in dieses Leben kamen, haben wir – als Seele – uns unser zukünftiges Leben, unsere Herausforderungen, unseren Körper und unsere familiären Umstände ausgesucht. Unsere Aufgabe ist es das Göttliche in Körperform zu leben. Und unseren Weg. „Erleuchtung“ ist ein oft benutztes Wort und ich verwende es nicht gerne. Ich konnte mir darunter immer schon wenig vorstellen. Ich kann mir allerdings viel unter „wach sein“, „bewusst sein“ vorstellen und das, so glaube ich, ist das Ziel eines spirituellen Lebens. Woran erkennen wir also, ob wir etwas dazugelernt haben? Woher erkennen wir, dass wir „wacher“ geworden sind? Nur daran, wie wir mit Herausforderungen, mit Krisen umgehen. Daran, wie wir akzeptieren,  was IST. Und nicht nur, was wir uns wünschen. Bärbel Mohr wusste das. Deshalb hat sie nicht nur übers Wünschen („Bestellungen im Universum“) geschrieben. Sie war neugierig.  Sie wollte mehr erfahren und mehr wissen. Und sie hat das, was sie erfahren und gelernt hat, mit ihren LeserInnen geteilt. Sie war großzügig.  Liebevoll Sie war … war? Dieses „war“ stört mich. Bärbel war in diesem Leben und doch IST sie. Für immer.

Wir sind für immer. Und in der Weite dieses „wir sind für immer“ werden wir uns wieder treffen. Zuhause.  Danke, Bärbel. Bis bald.

 

Sabrina

Kommentare

  1. Birgit Krämer schreibt am 03.12.2010 18:15:

    Liebe Sabrina,

    ich lese gerade diese Zeilen... und dann der Schock: Bärbel Mohr ist gegangen.
    Ich brauchte jetzt erst eine Weile, dann las ich noch einmal, was du geschrieben hast. Jetzt ist es wieder gut. Danke. Ich bin sehr traurig, aber spüre irgendwie eine eigenartige Nähe zum... zur geistigen Welt... Zu allem und jedem... Wow!

    Licht und Liebe
    Birgit

  2. Birgit Krämer schreibt am 03.12.2010 18:16:

    Liebe Sabrina,

    ich lese gerade diese Zeilen... und dann der Schock: Bärbel Mohr ist gegangen.
    Ich brauchte jetzt erst eine Weile, dann las ich noch einmal, was du geschrieben hast. Jetzt ist es wieder gut. Danke. Ich bin sehr traurig, aber spüre irgendwie eine eigenartige Nähe zum... zur geistigen Welt... Zu allem und jedem... Wow!

    Licht und Liebe
    Birgit

  3. MINE SARIKAYA schreibt am 11.12.2010 01:01:

    Liebe Sabrina,

    ich finde es wundervoll wie du es sagst, ich glaube auch, es gibt ein Wiedersehen über den Tod hinaus, treffender als du, kann man es nicht sagen. Es heißt nicht "war" sondern "ist", wir , die wir uns lieben, ja , wir werden uns alle "WIEDERSEHEN" !! Was für ein hoffnungsvoller Gedanke, der KRAFT und LIEBE spendet, danke für deine berührenden Worte. Ich wünsche Familie Mohr, auch wenn ich sie persönlich nicht kenne, viel KRAFT,LIEBE UND ZUVERSICHT,
    mögen besonders ihre Kinder, von Gottes Kraft/LICHT/LIEBE unterstützt und gestützt werden!!!!!

    LICHT + LIEBE
    MINE

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