Sprung zum Inhalt | Sprung zur Navigation

Anderer Leute Angelegenheiten ...

Das ist eine Geschichte die mir mein lieber Freund Moritz Boerner (Autor von unter anderem "Byron Katie The Work" Goldman Verlag ... das Buch ist auf Deutsch und ich empfehle es sehr sehr gerne!) geschickt hat. Ich hoffe, Sie gefaellt Ihnen so gut wie mir...

Christine macht mit mir die Work über mein bevorzugtes Thema: andere haben sich so zu verhalten, wie ICH es mir vorstelle. Irgendwann fragt sie. Wie geht es Dir, wenn Du ständig in fremden Angelegenheiten herumfuhrwerkst?"

Ich sehe Fuhrwerke, Pferdefuhrwerke. Beladen mit fremdem Mist. Hochbeladen. Stinkend. Sie müssen irgendwohin gefahren und abgeladen werden. Das ist mühsam. Man muß den stinkenden Mist schaufeln. Die Pferde wollen nicht so, wie der Kutscher will. Der Kutscher ist muffig und unwillig. Die Pferde sind das auch. Man braucht eine Peitsche. Es gibt nicht nur ein Fuhrwerk, sondern viele, die durcheinander fahren. Mist wird aufgeladen und abgeladen, die Pferde müssen ernährt werden, die Kutscher streiken, die Pferde lassen ihren eigenen Mist fallen. Im Nu ist mein Kopf mit Heerscharen von Fuhrwerken bevölkert, mit stinkenden matschigen Straßen, mit einem heillosen Durcheinander von Fuhrwerken und Männern, die fremden Mist auf- und abladen, sich in die Haare kriegen, sich gegenseitig behindern und blockieren. Einen mittelalterlichen Höllenplaneten habe ich da unversehens in meinem Kopf kreiert!

Aber das ist ja genau das, was ständig in mir passiert! Ich kümmere mich fast nie um meine eigenen Angelegenheiten, sondern schaufle fremden Mist in fremden Straßen auf fremde Fuhrwerke. Kein Wunder, daß es mir nie gelingt, das alles auf die Reihe zu kriegen, geschweige denn loszuwerden! Und wer wärest Du, wenn Du nicht ständig in fremden Angelegenheiten herumfuhrwerken würdest?".

Mein schrecklicher Planet verwandelt sich blitzschnell in ein sauberes, helles Universum. Unendlich groß, voller Wunder, voller Licht, voller Blumen, voller Liebe. Ich bin ein Elf, der hierhin und dorthin flattert wie es ihm gerade einfällt. Ich genieße die herrlichen schillernden Farben, nippe am Nektar der Blüten, lasse mich treiben, fliege, wohin es mich gerade zieht. Ich atme herrliche Luft, ich liebe diese vielen Pflanzen mit ihren unterschiedlichen Blüten und Früchten und Eigenarten. Das alles ist für mich geschaffen worden, um mich zu unterhalten und zu erfreuen. Ich genieße die Bewegung, den Wind, die Farben, das Licht.

Ich bin frei.