Ein Gedicht
Tunesien, den 21.11.00, Rita Graciela Werner
So las ich all die großen Worte,
jener von dieser seltnen Sorte,
die oft dem Licht den Schatten nehmen,
was so mancher auch nennt sein Leben.
Für wahr, mag der Teufel existieren,
gar engelsgleich tut er regieren,
da hilft auch eine Kirche nicht,
das Gute all zu oft für's Böse wich.
Einjeder von uns hat die Wahl
Sich stets zu entscheiden
Zwischen Freud' und Qual
Für Dunkelheit oder für's Licht,
doch manch einer mag es eben nicht!
Statt auszusuchen und zu wählen-
Tut er sich gar lieber quälen.
Wie im Himmel, so auch auf Erden
Das, was man ist, hier wirklich werden
So könnt' es für uns alle sein
Reich an Liebe und All-Ein!
So viele Rätsel sind uns gegeben
Für das Lösen des Geheimnis Leben
Und wer suchet, wird nie finden,
wird am Ende gar bald verschwinden
vom Boden der erteilten Zeit
Und ich frag Dich, ja, - was bleibt?
Nur ein Grabstein und in ihm der Satz
"Das Beste war, er machte Platz"
Glück ist, wenn die Zeit Dich liebt.
Die Liebe Deine trübe Seele siebt
Wenn sich Spreu vom Weizen trennt
Und ein Tauber Deinen Namen kennt
Wenn ein Blinder trotzdem sieht
Und Freude wird zum Dankeslied
Wenn das Schweigen für immer bricht
dann wird aus Dunklem endlich Licht!
Doch dies alles wird uns nicht geschenkt,
da ein großer Meister hier das Schicksal lenkt
Es ist Dir immer alles reich gegeben
Freud' und Qual und alles Leben
Doch musst Du stets selbst erkennen,
wenn manche die Lüsge Wahrheit nennen.
Drum bleibe in Deinem Herzen rein
Unterscheide den schnöden Schein von Sein
Vertrau' dem was Du wirklich spü;rst
Fühl' ehrlich was Du zart berührst
Glaub' nicht jedem schönem Worte
Vor allem jemals jener Sorte,
die Dir rauben könnt' den Verstand
und Dich führt in fremdes Land.
Du kannst nur haben, was Du bist
Weder mit Tücke noch mit List
Läßt sich Pluto’s Welt einverleiben
Was irdisch ist, wird auch irdisch bleiben!
Wenn Du heimkehren willst ins Licht
Ist es Deine Wahl und auch die Pflicht
Das Leben eben so zu leben,
das anderen dadurch auch wird gegeben.
Und all' das Glück und Freud' dafür
önffnet Dir gleich jene Tür,
die Dir erschien so lang verschlossen,
dass Du ganz und gar verdrossen
meintest alle Müh' hat' sich nicht gelohnt,
da der Teufel hier auf ewig wohnt.
Der Teufel, so magisch und so wild
Ist halt nur Gottes Spiegelbild!
Willst Du das Echte endlich sehen
Musst Du den Weg der Seele gehen!
Wähl' nicht das Gold, sondern das Brot
Und helfe stets auch in größter Not,
wenn Menschen erkalten, wie Metall-
dann erinnere Dich halt manches Mal,
was Du wusstest schon als kleines Kind,
wer wirklich Gottes Engel sind!
Ach, gib' Dein Bestes immer her
So wird die Liebe immer mehr
Sei großzügig im Nehmen und Geben
und auch Dir selbst, denn es ist Dein Leben!
Sei Dir ein guter Freund und mild
Sei achtsam mit anderem – dem Spiegelbild!
Hab' Muse und sein nicht so gehetzt
Hab' keine Angst, dass Dich wer verletzt
Hab' Vertrauen in den nächsten Tag
Dass Dich das Leben trägt und mag
Leb' Dein Leben in Glückseligkeit
Im Vertrauen, Freud' und Sei bereit!
Für Wunder, die es wirklich gibt
Zum Beispiel, wenn Dich jemand liebt
Die Liebe, die nimmst Du immer mit
Von Aug' zu Aug' auf Schritt und Tritt
Sie ist des Lebens hellster Schein
Lädt Dich zum Tanze täglich ein
Niemals muss Du sie Dir jemals borgen
Sie ward' gestern, ist heute und auch noch morgen
Die Liebe ist die Alchemie
Für Geld zu kriegen ist sie nie
Nie läßt sie sich gar korrumpieren
Viel schneller läßt sie sich verlieren
Drum nimm sie nie als gottgegeben
Und ehre sie Dein ganzes Leben
Atme sie ein mit dem ersten Schrei
Und gebe sie mit dem letzten frei
Wenn Du dann gehst nach Gottes Plane
Ist sie schon da, die Engels-Karawane
Und zieht mit Dir in weite Ferne
Und wandelt sich in Tausend Sterne
So leuchtet ihr denen die übrigblieben
Und ein Engelskind wird sich in die Nacht verlieben.
Wenn Du also den Himmel willst erklimmen,
dann bleib' im Herzen, bleib' bei Sinnen
Erstürm des Glückes Ewigkeit
Versuch' Dein Bestes und umarm' die - Zeit !
Tunesien, den 21.11.00, Rita Graciela Werner