Was ich glaube
Ein Glaubensbekenntnis ist eine ganz eigene und persönliche Sache. Obwohl es natürlich organisierte Religionen gibt und fast jede Glaubensgemeinschaft eben einen gemeinsamen Glauben hat, glaubt nicht jeder darin vereinte Gläubige das gleiche. In diesem gemeinsamen Glauben finden sich zwar bestimmte Doktrinen wieder – also Glaubensbekenntnisse – denen einige in der Regel ganz, einige andere nur zum Teil zustimmen. Manchmal kennt man alle Doktrinen und fest verankerte Notwendigkeiten des Glaubensbekenntnisses gar nicht – wer hat den wirklich die Bibel aufmerksam studiert, geschweige denn die Originale vor der Übersetzung gelesen? – und so bleibt vieles der eigenen Interpretation überlassen.
Viele von uns im mitteleuropäischen Raum sind Christen. Manche haben sich aber bei bestimmten Doktrinen (der Erbsünde vielleicht, oder der Geburtenkontrolle) vom offiziellen Glauben entfernt. Ich auch. Außerdem glaube ich an Reinkarnation, also an Wiedergeburt. Allerdings nicht im Sinne des Buddhismus („Irgendwann einmal bin ich erleuchtet und dann brauche ich nicht mehr wieder zu kommen“...ich komme gerne wieder.) oder im Sinne des Hinduismus („Ich habe im letzten Leben etwas Fürchterliches angestellt und deshalb gehöre ich jetzt zu den Unberührbaren“). Ich halte Gott für den gütigsten Vater und die gütigste Mutter, und deshalb ist Karma für mich eine Frage von Ursache und Wirkung und beinhaltet den Wunsch, neue Erfahrungen zu machen. Karma ist für mich keine Strafe.
Ich glaube, dass wir viele Leben erleben, um mehr Erfahrungen zu sammeln und dadurch mehr Mitgefühl zu empfinden und uns insgesamt als Seele zu entwickeln. Wir schauen uns im Fernsehen oder im Kino auch gerne Unterschiedliches an: Nachrichten, Spielfilme, Komödien, Krimis – und vielleicht machen wir genau das auch im richtigen Leben. Wir sammeln Erfahrungen - um daran zu wachsen – um daraus zu lernen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich einen Menschen treffe, der eine „alte Seele“ ist. Er erscheint mir so weise – er ist bestimmt schon häufig da gewesen. Und dann gibt es wieder einige Mitmenschen, da habe ich eher den Eindruck, dass sie zum ersten Mal hier sind. Da wird noch mit den Grundlagen des Menschseins gerungen.
Ich selbst sehe mich als Christin im weitesten Sinn. Ein Bekannter von mir, ein sehr aktiver und gläubiger Katholik, meinte einmal nach einem langen Gespräch über Gott und den Glauben: „Wenn ich die Kammermusik des Christentums bin, dann bist du wahrscheinlich der Free Jazz!“ Ich musste laut los lachen und mein Herz ging mir auf ob seiner Großzügigkeit.
Ich habe mich neugierig in anderen Glaubensgemeinschaften und Religionen umgesehen und einiges von ihnen lernen können, besonders vom Buddhismus und den indianischen Religionen, und doch fühle ich mich persönlich bei Jesus mehr zu Hause. Vielleicht hat Gott uns viele Lehrer geschickt, passend zur jeweiligen Region und Zeitgeschichte. Deshalb ist Gott für mich vergleichbar mit dem Licht, das aus vielen verschiedenen Lampen strahlen kann. Steht doch auch in der Bibel geschrieben, dass es im „Haus des Vaters viele Zimmer gibt“.
Für die Unterstützung in unserem Leben bedanke ich mich täglich bei den Engeln. Meinem Glaubensverständnis nach haben wir viele Engel. Einen Schutzengel, der uns durch unser ganzes Leben und durch das Sterben hindurch begleitet und viele andere Engel, die für verschiedene Spezialgebiete wie zum Beispiel Vergebung, Kraft, Milde, Mitgefühl, Tapferkeit oder auch die Unterstützung im täglichen Leben zuständig sind und uns ihre Hilfe gewähren – von der Parkplatzsuche bis zur Organspende! Da Engel in der Regel nicht über einen menschlichen Körper verfügen, nehmen wir ihre Kommunikation mit uns meistens als eine Art inneren Dialog war. Sie unterstützen uns aber ebenfalls durch Zeichen.
Die Engel halten uns aber nicht vom Leben ab. Wir haben uns als Seele bestimmte Aufgaben gestellt und die gilt es zu erleben. Aber sie helfen uns dabei, wenn wir sie denn um Unterstützung bitten und dann auch ihre Vorschläge umsetzen, das Leben leichter zu gestalten.
Ich empfinde es nicht als meine Aufgabe, private Engelnachrichten weiterzugeben. Unsere Engel möchten direkt mit jedem Einzelnen von uns kommunizieren. Ich möchte lieber unterstützend einwirken, dass jeder selbst Kontakt mit den Engeln aufnimmt. Wie das geht, versuche ich in meinen Vorträgen und Büchern zu beschreiben. Nur dann – meiner Erfahrung nach – entwickelt man eine Intimität mit den Engeln. Häufig entstehen Abhängigkeiten zwischen dem Vermittler und dem Suchenden und das will ich auf jeden Fall vermeiden. Deswegen gibt es auch keine Möglichkeiten für Privattermine oder Einzelsitzungen mit mir. Das ist schlicht nicht notwendig.
Ein spirituelles Leben soll uns nicht gegen reale Erlebnisse abschirmen. Es soll uns helfen, bewusst und dankbar die kleinen und großen Zeichen der göttlichen Kraft zu erleben. Dafür, so glaube ich, gibt es bestimmte Regeln. Diese gilt es zu erkennen und zu nutzen. Woran erkennen wir, dass sie richtig und hilfreich sind? Nicht dadurch, dass wir uns von anderen überzeugen lassen oder blind irgendjemandes Anweisungen folgen. Wir erkennen sie dann als richtig, wenn wir sie selbst ausprobieren. Denn der wichtigste Experte für unser eigenes Leben sind wir selbst.
Und in so wichtigen Sachen wie unserem eigenen Leben sollten wir uns auf den hauseigenen Experten verlassen!
